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Klinikschließung: Der erste Sargnagel für die ländliche Versorgung — und heute Krokodilstränen und große Empörung

    Der ländliche Raum verliert immer mehr an Bedeutung

    Was passiert wenn man denkt, die Verursacher haben eine Lösung?

    Die Altparteien zusammen mit den FW tun heute so, als wären sie dafür nicht verantwortlich. Nächste Woche ist Wahl. Wir auf dem Land haben die Chance, diesen Damen und Herren einen Denkzettel zu verpassen!

    Der erste Sargnagel für die ländliche Versorgung – und heute große Empörung

    Die Heilbronner Stimme berichtet am 2. März 2026 über die Rücknahme der Klage gegen die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg. Die Bereitschaftspraxis in Brackenheim ist geschlossen, die juristischen Erfolgsaussichten galten als gering. Das Verfahren wurde beendet.

    Doch die Entwicklung begann nicht erst mit der Reform der Bereitschaftspraxen.

    Die Entscheidung im Kreistag

    Als die stationären Standorte der SLK-Kliniken in

    Brackenheim und

    Möckmühl geschlossen wurden, stimmten CDU, Freie Wähler, SPD und Grüne im Kreistag dafür.

    Die AfD war die einzige Fraktion, die dagegen votierte.

    Damals wurde der erste Sargnagel der ländlichen Versorgung eingeschlagen.

    Die Begründung lautete: wirtschaftliche Notwendigkeit, strukturelle Reform, Zukunftsfähigkeit. Gleichzeitig wurde der Bevölkerung zugesichert, die medizinische Versorgung bleibe gesichert. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg garantiere die ambulante Struktur.

    Für uns war schon damals klar: Wer stationäre Infrastruktur abbaut, macht die Region abhängig von externen Versorgungszusagen.

    Es war keine Überraschung

    Im Sozialausschuss wurde das Thema immer wieder angesprochen. Immer wieder kam von Landrat und Mehrheitsfraktionen die gleiche Antwort: Die Schließung war richtig.

    Nein, sie war es nicht.

    Gesundheitsvorsorge ist staatliche Daseinsvorsorge. Sie darf nicht vorrangig unter Kostengesichtspunkten organisiert werden. Wer Strukturen abbaut, reduziert Handlungsspielräume.

    Dass sich Wege verlängern.

    Dass Rettungsdienste stärker belastet werden.

    Dass ambulante Garantien politisch neu bewertet werden können.

    All das war absehbar.

    Und heute?

    Als die KVBW ihre Bereitschaftsstruktur neu ordnete und Standorte schloss, fiel genau der Sicherungspfeiler weg, auf den man sich zuvor berufen hatte.

    Heute wird von Sorge gesprochen. Von Bemühungen. Von Gesprächen. Von Klagen.

    Doch wenn man die strukturelle Grundlage selbst verändert hat, wirkt die nachträgliche Empörung wenig überzeugend. Die heutigen Krokodilstränen erscheinen mir nicht glaubhaft.

    Politische Verantwortung endet nicht mit dem Beschluss. Sie beginnt dort.