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Freibad – bitte ziehen Sie Ihre Selbstachtung aus

    Freibad mit Security

    Freibad:

    In den 1990er-Jahren waren deutsche Freibäder Orte der Erholung: keine Sicherheitskräfte, kaum Konflikte, ein Grundvertrauen in die Gesellschaft. Eltern ließen ihre Kinder frei laufen. Jugendliche hielten sich an Regeln. Wenn jemand über die Stränge schlug, war der Bademeister die letzte Instanz. Es gab keine „Ich hol meine Cousins“-Szenen, keine TikTok-Prügeleien, keine Polizei.

    2025 sieht das anders aus: In manchen Städten brauchen Freibäder mittlerweile täglich bis zu 20 Sicherheitskräfte, um mit Belästigungen, Gruppendruck und Gewalt fertigzuwerden – oft verursacht durch männliche Gruppen, die unsere Normen ablehnen. Jüngstes Beispiel: der Badepark Wörth in Rheinland-Pfalz. Quelle: SWR

    Dieser Text ist eine sarkastisch-scharfe Reaktion auf diese Entwicklung – geschrieben von jemandem, der diesen Ort noch ganz anders erlebt hat.

    Freibad:

    Früher ging man ins Freibad, um sich zu erfrischen. Heute geht man, um nicht von testosterongetriebenen Dominanzgruppen überrannt zu werden, die glauben, der öffentliche Raum gehöre ihnen.

    Der Badepark Wörth, wo ich als Kind fast täglich war, kommt heute nicht mehr ohne 20 Security-Leute aus. Nicht wegen Raubtiere – sondern wegen sozialer Raubtiere.

    Kindheit in den 90ern: Als Regeln noch galten

    Wenn jemand über die Stränge schlug, flog er raus. Keine Diskussion. Kein Sozialarbeiter. Keine Gruppe, die zur Rache anrückte. Und gefilmt hat das auch niemand – TikTok war Zukunftsmusik.

    Heute? Wer rausfliegt, wird gefeiert. Wer den Bademeister anspuckt, geht viral.

    Importierte Gruppendynamik

    Es geht nicht um Herkunft – es geht um Verhalten. Besonders aus autoritär-patriarchalischen Milieus, in denen Stärke durch Lautstärke, Gruppenzahl und physische Präsenz entsteht.

    Diese Muster treffen auf ein System, das Angst davor hat, seine eigenen Regeln durchzusetzen – aus Angst, jemand könnte beleidigt sein.

    • Fünf kommen gemeinsam.
    • Bei Stress sind’s plötzlich zehn.
    • Wenn Polizei auftaucht: zwanzig „Zufallsbekannte“ in der Nähe.

    Verantwortlich? Niemand. Haben „nur zugeschaut“.

    Von Konsequenz zu Kuschelpädagogik

    In vielen Ländern bedeutet Respektlosigkeit gegenüber Sicherheitspersonal: Knast.
    In Deutschland: Sozialarbeiter. Und vielleicht ein neues Sportangebot.

    Die Täter wissen: Regeln haben keine Zähne. Also trampeln sie darauf herum.
    Die Opfer sollen bitte „Verständnis zeigen“.

    Die Umkehrung: Wer ist hier eigentlich das Problem?

    Heute werden nicht die Täter thematisiert – sondern die, die auf sie hinweisen.
    Wer sagt: „Ich will mich wieder sicher fühlen“, gilt schnell als rechts oder „problematisch“.

    Aber es ist nicht rechts, sich Sicherheit zu wünschen.
    Es ist nicht extremistisch, wenn man möchte, dass der öffentliche Raum nicht von Aggressiven beherrscht wird.
    Und es ist kein Hass, wenn man wütend ist, weil die Opfer allein gelassen werden.

    Das Freibad als Spiegel des Staatsversagens

    Das Freibad ist längst kein Ort mehr, sondern ein Symbol:

    • Ein Staat, der Grenzen nicht mehr durchsetzt.
    • Eine Gesellschaft, die sich für ihre eigenen Standards entschuldigt.
    • Bürger, die lernen, sich kleinzumachen – und zu schweigen.

    Die Bademantel-Republik

    Man muss in Deutschland gefühlt jeden Morgen den moralischen Bademantel anziehen, bevor man etwas sagt.

    Nicht zu laut. Nicht zu direkt. Immer mit dem Nachsatz: „Aber nicht alle…“

    Denn sonst? Könnte ein Besuch von der Hundertschaft anstehen.
    Ja, wirklich. Frag manche Journalisten. Da ist der Bademantel dann wirklich nützlich. Vor allem bei Hausdurchsuchungen vor Sonnenaufgang.

    Klar darfst du dich äußern. Aber nicht zu bestimmt.
    Was woanders legale Rede ist, kann hier schon einen SEK-Besuch auslösen.

    Eine Generation eingeschüchterter Ureinwohner

    Das Bitterste: Unsere Kinder halten das für normal.
    Sie lernen schon früh, sich vor aggressiven Gruppen kleinzumachen.

    Papa kann nichts machen – könnte verletzt werden.
    Mama schweigt – sie weiß, sie steht allein.
    Und die Schule? Bringt ihnen bei: Wegschauen ist sicherer und ducken ist Programm.

    So wächst sie heran: eine Generation eingeschüchterter, vorsichtiger junger Menschen.
    Kinder, die lernen: nicht auffallen, nicht widersprechen, keine Gerechtigkeit erwarten.

    Denn selbst die Eltern ducken sich.

    Fazit: Nein, wir akzeptieren das nicht

    Wir sind nicht das Problem.
    Wir sind die, die sagen: Es reicht.

    Wir wollen keine Gewalt – wir wollen öffentliche Ordnung.
    Wir wollen keine Ausgrenzung – wir wollen gemeinsame Regeln.
    Wir wollen keine Angst – wir wollen unser Freibad zurück.

    Und nein – wir ziehen den Bademantel nicht an. Und wir halten auch nicht den Mund.